Investitionen

Beeinflusst das Geschlecht des Fondsmanagers die Rendite?

 Robert Klatt

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Frauen und Männer haben deutlich andere Konsumpräferenzen. Nun wurde untersucht, ob sich dies auf die Investitionen von Fondmanagern und die von ihnen erzielte Rendite auswirkt.

Mannheim (Deutschland). Investmentfonds verwalten für ihre Anleger große Geldsummen und investieren diese in unterschiedliche Anlageformen, darunter Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Forscher der Universität Mannheim haben nun untersucht, ob sich das Investitionsverhalten von weiblichen und männlichen Fondsmanagern voneinander unterscheidet und ob das geschlechtsspezifische Konsumverhalten ihre Investitionsentscheidungen sowie die von ihnen erzielte Rendite beeinflusst.

Laut der Publikation im Fachmagazin Social Science Research Network (SSRN) haben sie dazu Daten von US-amerikanischen Investmentfonds analysiert. Die zeigen, dass weibliche und männliche Fondmanager die Gelder ihrer Kunden aufgrund ihrer unterschiedlichen Konsumpräferenzen in anderen Bereichen investieren. Fondsmanagerinnen investieren demnach verstärkt in Sektoren wie das Gesundheitswesen, während Fondsmanager andere Branchen, darunter den Energiesektor, bevorzugen.

Diskrepanz zwischen Investitionen und Konsumnachfrage

Zudem zeigen die Daten, dass neun Prozent der Fondsmanager weiblich sind, aber nur drei Prozent des gesamten Nettofondsvermögens verwalten. Laut den Ökonomen der Universität Mannheim kann es dadurch zu einer Diskrepanz zwischen den getätigten Investitionen und der tatsächlichen Konsumnachfrage kommen.

Wenn Frauen einen größeren Anteil der Investmentfonds verwalten würden, würde dies dazu führen, dass bislang vernachlässigte Wirtschaftsbereiche mehr Investitionen erhalten. Das könnte Innovation in Bereichen wie dem Gesundheitswesen fördern, während Branchen wie die Finanz- und Energiesektor, die stark vom männlich geprägten Investitionsverhalten profitieren, weniger Geld erhalten würden.

Portfolio-Männlichkeits-Index

Um zu untersuchen, ob die unterschiedlichen Investitionsentscheidungen der beiden Geschlechter sich auf die Rendite auswirken, haben die Forscher einen sogenannten Portfolio-Männlichkeits-Index erstellt. Dieser zeigt, wie stark die jeweiligen Investmentfonds den geschlechtsspezifischen Anlagemustern folgen und sich vom neutralen Referenzportfolio unterscheiden. Es konnte so ermittelt werden, dass die Rendite eines Fonds je schlechter ist, umso stärker er maskulinen Konsumpräferenzen folgt.

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