Auswahl der Lebensmittel

CO₂-Labels reduzieren den Fleischkonsum deutlich

 Robert Klatt

Lebensmittel mit einem CO₂-Label )(RUE) madrettoR ytisrevinU sumsarE(Foto: © 

Die Fleischproduktion beschleunigt durch ihre hohen CO₂- und Methanemissionen den Klimawandel. CO₂-Labels auf Lebensmittel reduzieren den Fleischkonsum und sorgen dafür, dass Verbraucher öfter eine pflanzliche Alternative nutzen.

Rotterdam (Niederlande). Die Fleischproduktion verursacht signifikante Umweltschäden und beschleunigt durch die hohen CO₂- und Methanemissionen den Klimawandel. Eine Studie des Bard College zeigte kürzlich, dass Rindfleisch bis zu 40-mal CO₂-intensiver als andere Proteinquellen ist. Die Wissenschaft empfiehlt deshalb eine deutliche Reduzierung des Fleischkonsums.

Forscher der Erasmus University Rotterdam (EUR) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, ob sogenannte CO₂-Labels die Ernährung beeinflussen können. Es handelt sich dabei um Kennzeichnungen, die den Verbraucher über die CO₂-Emissionen der jeweiligen Lebensmittel informieren.

Effekte von CO₂-Labels

Laut den Wissenschaftlern wurden bereits zuvor mehrere Studien durchgeführt, die untersucht haben, welche Effekte CO₂-Labels haben. Die verwendeten Kennzeichnungen waren jedoch quantitativ schlecht und enthielten lediglich Zahlenwerte, ohne einen entsprechenden Vergleich. Die angegebenen Emissionen konnten von vielen Kunden deshalb nicht korrekt eingeordnet werden. Außerdem haben die CO₂-Labels in den älteren Studien keine Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Produkten gemacht. Insgesamt war die Wirkung der Kennzeichnungen deshalb gering.

Neue Item-Mapping-Kennzeichnung

Die Forscher der EUR haben laut ihrer Publikation im Fachmagazin Appetite deshalb die sogenannate Item-Mapping-Kennzeichnung konzipiert. Dieses neue Label kombiniert eine CO₂-Skala von A (geringe Emissionen) bis E (hohe Emissionen) mit Symbolen für pflanzliche oder tierische Herkunft.

Anschließend haben die Forscher ein Experiment durchgeführt, bei dem die Probanden sich zwischen einem Snack auf Pflanzen- oder Fleischbasis entscheiden mussten. Ein Teil der Probanden hat Alternativen ohne das neue CO₂-Label erhalten und der andere Teil mit dem neuen CO₂-Label. Wurden CO₂-Labels eingeblendet, entschieden sich nur 19 Prozent für die tierische Option, während es ohne die Kennzeichnung 32 Prozent waren. Am größten war der Effekt des CO₂-Labels bei Menschen, denen eine nachhaltige Ernährung wichtig ist.

Appetite, doi: 10.1016/j.appet.2025.107910

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